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Wormser Zeitung, 17.03.2009

Mehr als 50 Pfälzer wollen Paten werden

17.03.2009 - SPEYER

Ankunft der ersten irakischen Flüchtlinge im April erwartet / Hilfe bei Behördengängen

SPEYER (dpa). Bereits mehr als 50 Pfälzer wollen eine Patenschaft für irakische Flüchtlinge übernehmen, die in den kommenden Wochen in der Pfalz erwartet werden.

Er sei mit der Resonanz auf eine entsprechende Kampagne bislang "sehr zufrieden", sagte der Ausländerbeauftragte der Evangelischen Kirche der Pfalz, Reinhard Schott. Die Paten sollen die "Iraker begleiten, damit sie sich hier hineinfinden können in unser System". Die Evangelische Kirche der Pfalz und das Diakonische Werk der Pfalz haben dafür die Kampagne save-me-Pfalz ins Leben gerufen.

Neben den mehr als 50 Einzelpersonen hätten sich auch Gruppen und Kirchengemeinden bereiterklärt, Flüchtlingen zur Seite zu stehen. Nach Rheinland-Pfalz sollen etwa 125 Menschen aus dem Irak kommen. Es seien neben Christen und sonstigen Minderheiten vor allem besonders schutz- und hilfebedürftige Flüchtlinge, sagte Schott. Nach Angaben des Innenministeriums in Mainz werden die ersten Flüchtlinge frühestens im April hier erwartet.

Schott sagte, als Paten hätten sich Menschen verschiedenster Herkunft mit den unterschiedlichsten Motiven zur Verfügung gestellt. "Manche haben selbst einen Migrationshintergrund, manche sind selbst als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen." Sie sollen den Irakern zum Beispiel bei Kontakten mit Behörden, Schulen und im Alltag zur Seite stehen. Wie sich das Projekt entwickeln werde, könne man heute noch nicht sagen, so Schott. "Im Idealfall wird aus Hilfe Freundschaft."

Die Kampagne soll nach Schotts Worten auch die Politik für das Thema sensibilisieren. Es gebe in Rheinland-Pfalz viele Iraker, die schon länger hier seien, aber keine gesicherte Zukunft hätten. "Die hangeln sich von Duldung zu Duldung."

Bei vielen habe sich der Status nach dem Sturz des Saddam-Regimes verschlechtert. Hier müsse die Politik auf Bundes- und Landesebenen helfen, sagte Schott. "Da reicht es nicht, zu sagen: Das Gesetz ist halt so." Gesetze könne man auch ändern. "Die positive Resonanz in der Pfalz macht deutlich: Menschen sind bereit, Flüchtlingen zu helfen", sagte Schott.

Wormser Zeitung 17.03.2009 

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